Description

Candide oder der Optimismus (frz. Candide ou l'optimisme) ist eine 1759 anonym erschienene satirische Novelle des franzosischen Philosophen Voltaire. Im Jahr 1776 erschien eine deutsche Ubersetzung unter dem Titel Candide oder die beste aller Welten. Diese Satire wendet sich unter anderem gegen die optimistische Weltanschauung Gottfried Wilhelm Leibniz', der die beste aller moglichen Welten postulierte. Voltaire propagiert Skeptizismus und Pessimismus, die Leibniz' Postulat in den Kontext der Zeit (Eindruck des Erdbebens von Lissabon 1755, Siebenjahriger Krieg) rucken und in Frage stellen. Mit Witz, beiendem Spott und Ironie prangert Voltaire in seiner "conte philosophique" den uberheblichen Adel, die kirchliche Inquisition, Krieg, Sklaverei und die naive Utopie des einfachen Mannes von einem sorglosen Leben an. Der einfach gestrickte Held Candide, der illegitime Neffe des westfalischen Barons Thunder-ten-tronckh, wird aus dem Heimatschloss verbannt, nachdem er mit der traumhaft schonen Prinzessin Cunegonde in flagranti ertappt worden ist. Die Vertreibung gerat ihm zur Verstoung aus jenem Paradies, in dem ihm sein Lehrer Pangloss (von altgriechisch pan "alles, umfassend" und glotta "Zunge, Sprache," also ungefahr "Allessprecher") die Leibnizsche Theorie der "besten aller Welten" versucht naherzubringen. Auf der anschlieenden Reise wird die Theorie des Optimismus zusehends ad absurdum gefuhrt. Denn was ihm auf der Reise quer durch Europa und nach Ubersee widerfahrt, ist durch eine Kette zufalliger Unglucke, Katastrophen und unwahrscheinlicher Rettungen gekennzeichnet, die ihn an die entlegensten Orte der Welt fuhren. So gerat er in die Fange bulgarischer Soldaten, die einen grausamen Krieg fuhren, kommt nach Lissabon, als dort das beruchtigte Erdbeben hereinbricht, um dort seine geliebte, inzwischen versklavte, verwundete und nahezu pausenlos vergewaltigte Cunegonde zu entdecken. Schon bald muss er sie jedoch verlassen, um sein Leben zu retten, und fluchtet uber Cadiz, wo er den Begleiter Cacambo trifft, nach Paraguay. Dort begegnet er einem jesuitischen deutschen Baron, der sich als Bruder Cunegondes entpuppt. Als dieser erfahrt, dass der burgerliche Candide seine adelige Schwester heiraten will, ist er daruber so emport, dass er Candide toten will, dabei allerdings selbst ums Leben kommt. Wieder muss Candide fliehen. Auf einem reienden unterirdischen Fluss gelangt er, zusammen mit seinem treuen Begleiter Cacambo, unvermutet nach El Dorado, einem ringsum von steilen Bergen hermetisch abgeriegelten ehemaligen Inkareich, in dem Gold und Edelsteine die Straen pflastern und in dem Toleranz, Wohlstand und Frieden perfekt verwirklicht sind. Einen Monat lang werden die beiden Abenteurer gastfreundlich verwohnt und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Doch dann verlasst Candide dieses Paradies wieder, um, mit Reichtumern schwer bepackt, nach Cunegonde als dem einzig wahren Gluck zu suchen. Auf der Reise trifft er in Surinam auf den alten Philosophen Martin und macht ihn zu seinem zweiten Gefahrten. In den Gesprachen mit diesem lebenserfahrenen hollandischen Pessimisten lernt Candide Habgier und Bosheit als die treibenden Krafte des menschlichen Lebens erkennen. So wird er allmahlich kritischer und schenkt der optimistischen Philosophie nach all dem Leid, das er in aller Welt gesehen bzw. selbst erfahren hat, immer weniger Glauben. Nach enttauschenden Aufenthalten in Paris (wo Candide seiner Cunegonde fur eine Nacht untreu wird), Portsmouth und Venedig erreichen Candide, Martin und Cacambo schlielich Konstantinopel. Dort finden sie nicht nur seinen langst totgeglaubten Lehrer Pangloss, sondern auch Cunegonde wieder, letztere allerdings grauenvoll verstummelt. Resigniert beschliet Candide, sie dennoch zu heiraten. Er kauft ein Landgut, in dem er sich mit seinen Begleitern niederlasst und der Landwirtschaft widmet.
  • ISBN13: 9781501077562
  • Publisher: Createspace
  • Pubilcation Year: 2014
  • Format: Paperback
  • Pages: 00134
Specifications
LanguageGerman
FormatPaperback
Publication DateSeptember 6, 2014
Pages134

Kandide
 by 

Voltaire

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